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08.12.2019 21:45:15


Gemeinde-Website oder Google? – eGovernment-Monitor 2016

49 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer starten ihre Suche nach Online-Behördeninformationen und -diensten im Internetauftritt ihrer Gemeinde. Bei den Deutschen sind es gleich viele, bei den Österreichern nur 20 Prozent. Die Webauftritte des Bundes und ch.ch werden nur selten als Startseiten für Bürgerdienste genutzt (jeweils 4 Prozent). Beliebteste Startseite ist Google, ganz besonders bei jüngeren Onlinern. Dies und viel mehr zeigt der eGovernment-Monitor 2016.

„Vorsichtige Schritte Richtung Erfolg“ und „Sich nicht selbst im Wege stehen!“: So überschreiben die Leiter der Initiative D21 und des ipima-Instituts ihre Vorworte zum eGovernment-Monitor 2016. Die Deutschen Organisationen D21 und ipima sind Initianten und Herausgeber der Studie, welche die „Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote“ in Deutschland, Österreich und der Schweiz vergleicht. E-Government Schweiz ist neu Premium-Partner der Herausgeber.

Deutschland bleibt Schlusslicht


Deutschland schneidet im eGovernment-Monitor 2016 einmal mehr in fast allen Punkten deutlich schlechter ab als die beiden Nachbarländer. Nur gerade 45 Prozent der Befragten haben in Deutschland im vergangenen Jahr eGovernment genutzt. In Österreich waren es 74, in der Schweiz 65 Prozent. Von den eGovernment-Nutzern waren in Deutschland 62 Prozent mit den Angeboten zufrieden, in Österreich waren es 73 und in der Schweiz 75 Prozent.

Wer das eGovernment-Angebot seiner Gemeinde oder Stadt kennt, lobt in der Schweiz viel häufiger als in Deutschland zum Beispiel die Bequemlichkeit (CH: 73, AT: 79, DE 59%), die Zuverlässigkeit (CH: 70, AT: 69, DE: 57%), die Schnelligkeit (CH: 69, AT: 72, DE: 52%), das Vertrauen (CH: 70, AT: 71, DE: 56%), die Aktualität (CH: 70, AT: 69, DE: 57%), die Vollständigkeit der Informationen (CH: 69, AT: 70, DE: 57%) und die Auffindbarkeit der Informationen (CH: 67, AT: 65, DE: 56%). Auch die Vielfalt der Dienste, der Datenschutz, die Durchgängigkeit und die Verfügbarkeit von Statusinformationen werden in der Schweiz zwar weniger gut beurteilt als andere Aspekte, aber jeweils rund 10 Prozentpunkte besser als in Deutschland.

Online-Informationen und -Formulare beliebt


71 Prozent der befragten Schweizer/-innen nutzen das Internet für Informationen zu Zuständigkeiten im Webauftritt ihrer Gemeinde oder Stadt. In Deutschland sind das 59, in Österreich 64 Prozent. Auch Online-Informationen zu kommunalen Freizeitangeboten, die elektronische Steuererklärung und Online-Informationen oder- Formulare zur Vorbereitung und Abwicklung von Behördengängen sind in der Schweiz mit 65, 56 beziehungsweise 53 Prozent Nutzer/-innen ziemlich beliebt. In Österreich sind diese Nutzerzahlen mit 70, 73 und 61 Prozent noch höher als in der Schweiz, während Deutschland mit 56, 36 und 41 Prozent wiederum deutlich zurückliegt.

Verwaltungs-Website als Wegweiser


Diejenigen, die mindestens einen von insgesamt 14 Online-Bürgerinformationen und -diensten kannten, gaben in der Schweiz zu über drei Vierteln an, auf Internetseiten der Verwaltung auf diese Informationen und Dienste gestossen zu sein. In Österreich waren das 64, in Deutschland 62 Prozent. Dagegen waren Broschüren, das Fernsehen und auch die Behörden vor Ort (z.B. Aushang, Flyer, Mitarbeitende) in der Schweiz (15, 4 bzw. 29 Prozent) seltener Informationsquelle für Hinweise auf Online-Bürgerinformationen und -dienste als in Deutschland (17, 7 bzw. 30 Prozent) und Österreich (19, 14 bzw. 34 Prozent).

Beginn der Reise


Wenn sie gezielt nach Bürgerinformationen bzw. –diensten suchen, verwenden in der Schweiz 49 Prozent der Befragten Google und 41 Prozent den Webauftritt ihrer Gemeinde. Internetseiten der Bundesverwaltung und das Behördenportal ch.ch werden dagegen mit jeweils 4 Prozent nur marginal für die Suche nach Behördendiensten genutzt. Diese Situation war in Deutschland (Google: 52%, Gemeinde-Website: 41%) sehr ähnlich wie in der Schweiz, in Österreich dagegen deutlich anders (Google: 65%, Gemeinde-Website: 20%). Wenig überraschend zeigt sich in dieser Hinsicht auch ein grosser Unterschied zwischen den Altersgruppen:

Von den über 60-Jährigen starten 49 Prozent ihre Suche direkt auf der Gemeinde-Website, bei den 40- bis 49- Jährigen sind es noch 36 Prozent, bei den 18- bis 29-Jährigen 18 Prozent. Dagegen nutzen die 18- bis 29-Jährigen zu 73 Prozent Google, die 40- bis 49-Jährigen zu 53 Prozent und die über 60-Jährige zu 39 Prozent.

Elektronische Identitätskarte


Bemerkenswert sind auch die Daten zur Nutzung digitaler Ausweisdokumente in Deutschland und Österreich. Zur Nutzung der eID in der Schweiz enthält der Monitor keine Angaben. In Deutschland gibt es seit 6 Jahren den neuen Personalausweis nPA, der als Kernstück den elektronischen Identitätsnachweis (eID) enthält. Wer den nPA neu bezieht, kann die eID-Funktion ohne Zusatzkosten freischalten lassen. 47 Prozent der Befragten haben bereits einen nPA, 13 Prozent haben den eID freigeschaltet, aber nur 4 Prozent haben ein Lesegerät, das für den Einsatz des eID notwendig ist. Der Anteil der nPA-Bezüger/-innen, die den eID freischalten lassen, ist rückläufig. Die Gründe dafür sind vielfältig. Besonders besorgniserregend ist jedoch, dass 16 Prozent angeben, dass die Behörden selber ihnen davon abgeraten hätten.

In Österreich ist die Bürgerkartenfunktion in zwei Formen verfügbar: als Handy-Signatur, die auf jedem Mobiltelefon funktioniert und kostenlos ist, und als Kartenfunktion mit Lesegerät. Auch als App für Smartphones ist die Funktion neu verfügbar. Mit dieser Lösung sei das Einloggen besonders einfach. Ein Drittel der befragten Österreicher haben bereits eine Bürgerkartenfunktion. Von den verbleibenden Personen plant ein Fünftel, sie zu aktivieren. 93 Prozent der Österreicher mit aktivierter Bürgerkartenfunktion haben diese bereits eingesetzt. In Deutschland sind das nur 49 Prozent.

Mobile Government


Allgemein zeigen sich die Befragten interessiert, die Behördendienste auch via Smartphone zu nutzen. Bereits heute informieren sich 71 Prozent der befragten Schweizer/-innen via Smartphone über Öffnungszeiten und Kontaktdaten der Behörden, und 60 Prozent über Zuständigkeiten. 18 Prozent der Deutschen möchten das Mobile-Government auch in Zukunft nicht nutzen. In Österreich und der Schweiz sind dies weniger als 10 Prozent.


Weitere Informationen:
Ipima, Initiative D21: eGovernment MONITOR 2016: Nutzung und Akzeptanz digitaler Verwaltungsangebote – Deutschland, Österreich und Schweiz im Vergleich
ipima, D21: Digitale Verwaltungsangebote: Die Skepsis nimmt ab, das Interesse weiter zu, doch die Nutzung bleibt gering, Medienmitteilung vom 23. September 2016
E-Government Schweiz: Online-Dienstleistungen der Schweizer Verwaltung weiter optimiert, Medienmitteilung vom 23. September 2016

Datum der Neuigkeit 30. Sept. 2016

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