25.05.2019 09:23:16


Moderne Wege der Elternkommunikation in der Schule Richterswil-Samstagern


Die Schule Richterswil-Samstagern unterrichtet insgesamt knapp 1400 Schüler, davon 250 Kindergartenkinder, rund 800 Primarschülerinnen und -schüler und rund 300 Sekundarschülerinnen und –schüler. Rund 180 Lehrpersonen erbringen die pädagogischen Aufgaben. Alle fünf Schuleinheiten haben auch einen Elternrat oder ein Elternteam. Seit Juli 2012 ist die Schule mit dem SchulenWeb online.

Foto Erwin Keller, Leiter Schulverwaltung, Schule Richterswil-Samstagern
Erwin Keller, Leiter Schulverwaltung, Schule Richterswil-Samstagern: «Wir möchten eine moderne Schule sein, die mit den Menschen nach dem heutigen Stand der Technik kommuniziert.»



i-web: Als Leiter der Schulverwaltung sind Sie unter anderem für die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit zuständig. Öffentlichkeitsarbeit für eine Schule mit 1400 Schülern, das ist eine grosse Aufgabe?
Erwin Keller: Ich werde deshalb unterstützt durch eine Kommunikationsbeauftragte der Schulpflege. Für den Webauftritt und für die Kommunikation mit den Eltern und der Bevölkerung ist aber die Schulverwaltung zuständig. Eine meiner Mitarbeiterinnen amtet als kompetente Webmasterin für die Schule.

i-web: Wer nutzt den Webauftritt?
Erwin Keller: Primär sind dies die Eltern. Sie suchen zum Beispiel den Ferienplan oder informieren sich über vergangene Anlässe und betrachten die Fotodokumentation, falls ihr Kind am Anlass dabei war.

Sehr praktisch ist für die Eltern auch das Eltern-ABC. Hier informieren wir zum Beispiel über die Bedingungen für den Schuleintritt oder über die Abteilungswechsel innerhalb der Sekundarschule. Solche Informationen haben wir den Eltern früher in einer Informationsbroschüre abgegeben. Diese Broschüre wird durch den Webauftritt in absehbarer Zeit ganz abgelöst.

i-web: Übernimmt der Webauftritt noch andere Aufgaben, die früher anders gelöst waren?
Erwin Keller: Die Schulpflege-Beschlüsse zum Schulbetrieb, beispielsweise die Daten der Bündelitage, werden im amtlichen Teil der Regionalzeitung veröffentlicht. Doch immer mehr Familien haben die Regionalzeitung gar nicht abonniert. Wir publizieren solche Informationen deshalb heute auch im Webauftritt.

i-web: Erwarten die Eltern heute von der Schule, dass sie alle Informationen online vorfinden?
Erwin Keller: Vermutlich ja. Allgemeine Informationen beschaffen sich heute viele Eltern selbstständig im Webauftritt. Meine Mitarbeiterinnen erhalten heute deutlich weniger Telefone mit einfachen Fragen als früher. Die Eltern rufen oft erst an, wenn sie kompliziertere Fragen haben oder wenn sie eine Information nicht finden.

Wir haben uns deshalb bei der Gestaltung des Webauftritts grosse Mühe gegeben. Wir haben uns auf fünf einfache, selbsterklärende Hauptrubriken beschränkt. Zudem haben wir die vorgesehene Struktur im Voraus mit den Elternräten diskutiert und sie vor der Online-Schaltung nochmals um ein Feedback gebeten. Die Elternräte haben diesen Einbezug sehr geschätzt. Sie fanden den Webauftritt bereits sehr übersichtlich, konnten uns aber doch noch einige gute Tipps geben.

i-web: Wie erleben Sie die Arbeit mit dem SchulenWeb?
Erwin Keller: Es ist ein grosser Vorteil, dass bereits viele Schulen mit dem SchulenWeb arbeiten. Wir schätzen es, dass i-web gewisse Grundstrukturen vorgibt, uns aber doch einen grossen Gestaltungsfreiraum lässt. Wir erhalten viel Lob für die klaren Strukturen und guten Verlinkungen in unserem SchulenWeb-Auftritt. Dennoch versuchen wir aufgrund von Feedbacks laufend, die Übersichtlichkeit noch zu verbessern. Doch das ist nicht immer einfach. So melden sich zum Beispiel auch heute noch Eltern, die den Ferienplan nicht gefunden haben, obwohl er über die Suchmaschine zu finden ist und wir zusätzlich einen Quicklink dorthin erstellt haben.

Auch der Webauftritt selbst ist nicht so einfach aufzufinden. Die Adresse ist etwas lang. Wir haben deshalb im Webauftritt der Gemeinde einen Quicklink platziert. Eine Analyse zeigte kürzlich, dass die meisten Besucher entweder über Google auf unseren Webauftritt kommen, was bei jüngeren Menschen heute offenbar das normale Vorgehen ist, oder über den Gemeinde-Webauftritt.

i-web: Gibt es neben den Eltern weitere wichtige Zielgruppen des Webauftritts?
Erwin Keller: Eine weitere Zielgruppe ist die allgemeine Bevölkerung. Wir haben zum Beispiel festgestellt, dass sich sämtliche Bewerber bei Schulleiterwahlen via Webauftritt vorbereitet hatten. Bei uns ist die strategische und die operative Ebene klar getrennt. Die Schulpflege mischt sich nicht ins Tagesgeschäft ein, was die Funktion des Schulleiters attraktiver macht. Die Bewerber hatten sich davon via Webauftritt ein Bild gemacht.

i-web: Gibt es auch Schüler, die den Webauftritt der Schule nutzen?
Erwin Keller: Vermutlich nicht. Die für sie wichtigen Informationen werden im Schulhaus aufgehängt. Zudem hat die Sekundarschule eine eigene Website für ihre Schülerinnen und Schüler

i-web: Wie stehen die Lehrer zum Webauftritt?
Erwin Keller: Bei ihnen haben wir kürzlich eine Befragung durchgeführt und ein sehr positives Feedback erhalten. Noch wichtiger als der Webauftritt ist für sie aber das ExtraNet.

i-web: Im Webauftritt bin ich auf einen Aufruf der Mittelstufe gestossen, den Schülern Problemstellungen und Rätsel zum Knobeln zu melden. Offenbar setzen die Lehrer den Webauftritt aktiv ein.
Erwin Keller: Hier gibt es grosse Unterschiede. Für jüngere Generationen wird die Online-Kommunikation immer selbstverständlicher. Ich sehe das auch bei den Schulleitern: Einige berichten häufig online über ihre Anlässe, zum Beispiel das Zirkusprojekt oder die Lesenacht. Andere sind hier noch etwas weniger aktiv.

i-web: Die Schule Richterswil-Samstagern bietet im Webauftritt auch interaktive Dienste an, zum Beispiel einen Online-Schalter. Werden sie genutzt?
Erwin Keller: Der Online-Schalter wird gut genutzt. Die häufigsten Online-Dienste sind heute wohl die Reservationsgesuche für Turnhallen und Singsäle. Allerdings übermittelt man dabei eine Anfrage und erfährt dann vielleicht, dass der Raum zum gewünschten Zeitpunkt bereits besetzt ist. Künftig würden wir hier deshalb gern ein Online-Reservationssystem einsetzen, damit man den Raum gleich selber buchen könnte, wie beim Hotel.

Besonders interessant sind auch die Online-Kursanmeldungen für die Schulsport-Kurse. Unsere eigenen Schüler melden sich für diese Kurse im Schulhaus an. Wir haben nun aber auch die Eltern von Kindern in Privat- und Sonderschulen dazu eingeladen, ihre Kinder online für diese Kurse anzumelden. Diese Möglichkeit wird rege genutzt. So können die Kinder den Kontakt in unserer Gemeinde pflegen, auch wenn sie auswärts zur Schule gehen.

i-web: Die Schule Richterswil-Samstagern hat sich ja als Pilotkundin für die SchulenApp interessiert. Warum?
Erwin Keller: Ich stelle in meinem privaten Umfeld fest, dass die Menschen heute alle Arten von Informationen als Apps auf ihrem Smartphone haben. Einige haben privat sogar gar keinen Computer mehr, sondern setzen ganz auf Mobilgeräte. Ich denke, dies wird künftig noch zunehmen. Wir möchten eine offene und moderne Schule sein, die mit den Menschen nach dem heutigen Stand der Technik kommuniziert.

Weitere Informationen:
www.schule-richterswil-samstagern.ch



Das ExtraNet in der Schule Richterswil-Samstagern


Die Schule Richterswil-Samstagern führt für die Mitarbeitenden ein ExtraNet. Das ExtraNet verfügt über einen allgemeinen Bereich mit Reglementen, Erlassen und Weisungen sowie Formularen, die sämtliche Lehrpersonen brauchen. Ein grosser Teil der Informationen im ExtraNet richte sich aber an einzelne Gruppen, sagt der Leiter der Schulverwaltung, Erwin Keller. Die Schulpflege zum Beispiel informiert sich über die Protokolle aller Ressorts und der Operativen Leitung der Schule. Auch die Schulleiter-Konferenz sowie die Leiterinnen der Ausserfamiliären Betreuung seien eine eigene ExtraNet-Gruppe. Die Schulleiter ihrerseits führten Gruppen für die Lehrer ihrer Schuleinheit.

„Wir haben sogar für die Hauswarte einen separaten ExtraNet-Bereich eingerichtet, über den diese zum Beispiel das Bestellwesen abwickeln“, so Erwin Keller. Auf diesen Bereich hätten auch die Liegenschaftsverantwortlichen der Gemeinde Zugriff. Das sei der grosse Vorteil eines ExtraNets im Vergleich zum Intranet, das nur inhouse zugänglich ist: „Das ExtraNet können alle von dort aus nutzen, wo sie gerade sind.“ Die Lehrer könnten auch von zuhause aus zugreifen. Die Schulpflege-Mitglieder greifen laut dem Schulverwaltungs-Leiter zum Teil direkt an den Sitzungen mit Tablets auf die Sitzungsunterlagen zu.

„Für uns hat sich dank dem ExtraNet der Papierkrieg massiv verringert“, freut sich Erwin Keller. Früher hätten seine Mitarbeiterinnen laufend dicke Kuverts mit Protokollen und Unterlagen per Post verschickt. „Das ExtraNet hat uns all diese Versände abgenommen.“



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