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Kantone SG, GE und ZH eGov-Spitze, auch dank Gemeinden

Ein Bericht im Auftrag der Geschäftsstelle „E-Government Schweiz“ zeigt, dass in vielen Kantone-Webauftritten heute erst ein vergleichsweise kleiner Anteil der Dienstleistungen vollständig online abgewickelt werden können. Am besten ist die Lage im Kanton St. Gallen, wo insgesamt die Hälfte aller untersuchten Dienstleistungen vollständig online angeboten werden. Auf Platz 2 folgt Genf, auf Platz 3 Zürich. Auch der Online-Reifegrad ist im Kanton St. Gallen mit 69 Prozent insgesamt am höchsten, gefolgt von Zürich und Genf. Die hohen Werte verdanken die Kantone teilweise auch den Gemeinden.

Die Geschäftsstelle E-Government Schweiz hat einen Bericht zum eGovernment in den Kantonen im Jahr 2012 veröffentlicht. Der Bericht zeigt, wo die Kantone in Bezug auf die elektronische Abwicklung von Verwaltungsgeschäften stehen. Gemessen wird dabei die Verfügbarkeit bestimmter Online-Dienste für Privatpersonen und bestimmter Online-Dienste für Unternehmen sowie der „Online-Reifegrad“ der Kantone bei Dienstleistungen für Privatpersonen und Dienstleistungen für Unternehmen. Zusätzlich werden auch die eGovernment-Strategie und die eGovernment-Ressourcen jedes Kantons dargestellt, sowie die Controlling- und Qualitätssicherungsaktivitäten im eGovernment. Der Bericht basiert unter anderem auf den kantonsspezifischen Daten der Studie „E-Government und Verwaltung" aus dem Jahr 2012 und wurde von gfs.bern erstellt.

Strategien vorhanden, Ressourcen unterschiedlich


Der Bericht zeigt, dass die meisten Kantone eine eGovernment-Strategie haben. Oft stützt sich diese zumindest teilweise auf die eGovernment-Strategie Schweiz ab. Oft beinhaltet sie auch Vorgaben zur Einhaltung der eCH-Standards. Die Personalressourcen zur Umsetzung dieser Strategien variieren jedoch von Kanton zu Kanton stark, von 5 (Glarus) bzw. 10 (Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Obwalden) bis zu 450 Stellenprozent (Zürich). Viele Kantone werten die Nutzungsstatistiken ihrer Webangebote aus und ziehen dabei oft auch Schlussfolgerungen zur Gestaltung des Angebots. Kosten- und Nutzenanalysen sowie Bürgerbefragungen werden dagegen von weniger als der Hälfte der Kantone durchgeführt.

Messprozedere Online-Dienstleistungen


Um den Ausbaustand der Online-Dienstleistungen zu zeigen, wurden die folgenden Werte ermittelt:
  • Online-Reifegrad: Bei 22 Verwaltungsdienstleistungen für Privatpersonen und bei 9 Verwaltungsdienstleistungen für Unternehmen wurde untersucht, in welchem Ausmass sie im Kantons-Webauftritt sowie in den Webauftritten der Städte und Gemeinden online abgewickelt werden können. Unter den berücksichtigten Dienstleistungen befanden sich für Privatpersonen zum Beispiel Steuererklärung, Krankenkassen-Prämienverbilligung, ID/Pass beantragen, Fahrzeug an-/abmelden, Zivilstandsdokumente (z.B. Eheschein). Für Unternehmen berücksichtigt die Studie zum Beispiel Arbeitsbewilligungen, Handelsregistereinträge und Konkurseröffnungen. Der Online-Ausbaustand wurde in Prozenten ausgedrückt, von 25 Prozent für reine Online-Information bis zu 100 Prozent für Dienste, die vollständig online abgewickelt werden können („vollständig automatisierte Transaktionen“). Dem Online-Ausbau des Kantons wurde dabei pro Dienstleistung der durchschnittliche Online-Ausbaustand aller Gemeinden und Städte gegenübergestellt. Verwendet wurde schliesslich nur der jeweils höhere Wert: Bei Dienstleistungen, bei denen die Gemeinden und Städte einen höheren durchschnittlichen Online-Ausbaustand hatten, wurde also nur dieser berücksichtigt. Wenn der Kantonswert höher war als der Gemeindedurchschnitt (inkl. Städte), wurde der Kantonswert eingesetzt. Der Mittelwert aus den Werten aller Online-Dienstleistungen wurde schliesslich als Online-Reifegrad des Kantons bezeichnet.
  • Verfügbarkeit Transaktionen: Bei denselben 22 Verwaltungsdienstleistungen für Privatpersonen und 9 Verwaltungsdienstleistungen für Unternehmen wurde auch der Anteil der vollständig online abgewickelten Dienstleistungen ermittelt (Ausbaustand mindestens Stufe 4 von 5). Hier wurden also nur die komplett online angebotenen Dienstleistungen mitgezählt. Der Anteil dieser Dienstleistungen an allen untersuchten Dienstleistungen wurde in Prozent ausgedrückt und als Mass für die Verfügbarkeit von Transaktionen verwendet.

Hohe Online-Reife und -Verfügbarkeit in St. Gallen, Genf und Zürich


Die Online-Verfügbarkeit ist bei Dienstleistungen für Privatpersonen insgesamt wesentlich höher ist als bei Dienstleistungen für Unternehmen. Sowohl bei der Online-Verfügbarkeit als auch beim Online-Reifegrad schneidet insgesamt der Kanton St. Gallen am besten ab. Sein durchschnittlicher Online-Reifegrad beträgt 62 Prozent bei den Dienstleistungen für Privatpersonen und 79 Prozent bei den Dienstleistungen für Unternehmen. Die Verfügbarkeit der Transaktionen beträgt in St. Gallen 36 Prozent bei den Dienstleistungen für Privatpersonen und 71 Prozent bei den Dienstleistungen für Unternehmen. Mit durchschnittlich 50 Prozent beim gesamten Angebot für Privatpersonen und Unternehmen ist die Verfügbarkeit der Transaktionen zwar auch im Kanton St. Gallen relativ tief. Im Vergleich mit anderen Kantonen ist sie jedoch mit Abstand am grössten. Auf Platz 2 folgt Genf mit einer Online-Verfügbarkeit von 35 Prozent, auf Platz 3 Zürich mit 31 Prozent. Beim Online-Reifegrad ist St. Gallen auf dem ersten, Zürich auf dem zweiten und Genf auf dem dritten Platz.

Einer der Gründe für das gute Abschneiden der Kantone St. Gallen und Zürich könnten die vergleichsweise grossen eGovernment-Personalressourcen von 200 Stellenprozent in St. Gallen und 450 Stellenprozent in Zürich sein. Allerdings müssen geringe Personalressourcen eines Kantons für das eGovernment nicht zwingend mit mit einem geringen Online-Reifegrad verbunden sein. So haben zum Beispiel die Kantone Appenzell Innerrhoden und Obwalden trotz nur 10 eGovernment-Stellenprozenten einen überdurchschnittlichen Online-Reifegrad von 49 bzw. 44 Prozent. Auch beim Kanton Appenzell Ausserrhoden ist der Online-Reifegrad mit 39 Prozent nur leicht unterdurchschnittlich, unter anderem dank den guten Werten der Gemeinden.

Der Beitrag der Gemeinden


Den hohen Online-Reifegrad verdanken die Kantone an der Spitze bei vielen Dienstleistungen dem hohen Wert der Städte und Gemeinden. Im Kanton St. Gallen hat zum Beispiel die Dienstleistung „Heimatausweis“ bei den Gemeinden im Durchschnitt einen Online-Reifegrad von 61 Prozent, die Dienstleistung „Zivilstand (z.B. Eheschein)“ einen Online-Reifegrad von 46 Prozent, die Dienstleistung „Geburt (z.B. Geburtsschein)“ einen Online-Reifegrad von 44, die Dienstleistung „Todesfall (z.B. Todesschein)“ einen Online-Reifegrad von 49 Prozent und die Dienstleistung „Wohnsitz an-/abmelden“ ebenfalls einen Online-Reifegrad von 49 Prozent. Im Kanton Zürich hat zum Beispiel die Dienstleistung „Heimatausweis“ bei den Gemeinden einen durchschnittlichen Online-Reifegrad von 77 Prozent, die Dienstleistung „Zivilstand (z.B. Eheschein)“ einen Online-Reifegrad von 62 Prozent, die Dienstleistung „Geburt (z.B. Geburtsschein)“ einen Online-Reifegrad von 57 und die Dienstleistung „Todesfall (z.B. Todesschein)“ einen Online-Reifegrad von 61 Prozent. Gerade diese durchschnittlichen Online-Reifegrade aller Gemeinden bei typischen Gemeinde-Dienstleistungen liegen in vielen anderen Kantonen unter 20 oder sogar unter 10 Prozent.

Quelle:
Geschäftsstelle E-Government Schweiz: E-Government in den Kantonen, Stand 2012
Abbildung: Deckblatt des neuen Berichts „E-Government in den Kantonen“
Abbildung: Deckblatt des neuen Berichts „E-Government in den Kantonen“

Dokument E-Government_in_Kantonen_2012.pdf (pdf, 14653.5 kB)


Datum der Neuigkeit 6. März 2013