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Zürichsee-Zeitung: Gang zur Gemeinde wird erspart

Die Gemeinden am See reagieren unterschiedlich auf die Einführung der elektronischen Unterschrift. Männedorf bietet die Suisse ID an, andere warten ab.

Copyright © Zürichsee-Zeitung

von Larissa Müller:

Die Dienstleistungen einer Gemeinde sollen mit der Suisse ID eine Aufwertung erfahren: Personen, die über eine solche «digitale Unterschrift» verfügen, können mittels einer Karte oder einem USB-Stick zum Beispiel online einen Ausweis beantragen. Mit der Suisse ID wird ihre Identität nachgewiesen. Anfang Mai ist die Methode eingeführt worden. Ab sofort kann sich jeder Schweizer Bürger eine Suisse ID kaufen. Die «elektronische Unterschrift» wird als Pendant zum E-Banking angesehen – vorab für die Gemeinden und Anbieter von Onlineservices. Die Gemeinden am rechten Zürichseeufer sind sich jedoch nicht einig, was sie von der Suisse ID halten sollen.

Die Suisse ID ist die Zukunft
Die Zolliker Gemeindeschreiberin Regula Bach ist sich sicher: «Der Weg der Zukunft ist, dass die Bürgerinnen und Bürger möglichst alles von zuhause aus erledigen können.» Zollikon wird die Suisse ID deshalb sicher einführen. Da dies aber frühstens im Zusammenhang mit einem neuen Internetauftritt der Gemeinde passiert, rechnet Bach damit, dass die Chipkarte nicht in den nächsten zwei bis drei Monaten eingeführt wird. «Wir wollen eine Erleichterung für unsere Bevölkerung schaffen», sagt Regula Bach. Deshalb müssten allfällige Schwierigkeiten vorher erkannt und aus dem Weg geräumt werden. «Sonst wird es nur zu einem Ärgernis für uns und die Bevölkerung», befürchtet die Gemeindeschreiberin.

Ganz anders tönt es in Meilen. «Ich habe noch nie etwas davon gehört», sagt Gemeindeschreiber Didier Mayenzet. Deshalb könne er auch nicht sagen, ob die Karte zu einem späteren Zeitpunkt angeboten wird. Ähnlich sieht es in Zumikon aus: Er habe letzte Woche erstmals davon gehört, sagt Gemeindeschreiber Thomas Kauflin. «Der Ansatz ist interessant, aber spannend wäre es, wenn man die Suisse ID mit dem E-Voting kombinieren könnte.» Vorerst wird die Gemeinde beobachten, wie die Chipkarte in der Praxis funktioniert.

Bekanntheitsgrad steigern
Die gegenteilige Haltung nimmt die Gemeinde Männedorf ein: Sie bietet den Zugang zum Onlineschalter mittels Suisse ID an, wo man sich bereits jetzt einen Account einrichten kann. «Wir sehen grosses Potential in dieser Karte», sagt Gemeindeschreiber Hannes Friess. Das Projekt sei noch in der Anfangsphase. In Männedorf ist man von diesem Instrument so begeistert, dass man einer bestimmten Anzahl Mitarbeiter und Behördenmitglieder eine Karte zur Verfügung stellt. So können sie vertrauliche Unterlagen dank der elektronischen Identitätsprüfung im Internet lesen.

Noch herrschen keine konkreten Vorstellungen, wie sich die Suisse ID entwickelt und wie sie bei der Bevölkerung ankommt. Aber die Gemeinden am See sind sich in einem Punkt einig: Online wird die Zukunft sein.

Dokument Zurichsee-Zeitung_Gang_zur_Gemeinde_wird_erspart_2010_0511.pdf (pdf, 398.4 kB)


Datum des Presseartikel 11. Mai 2010
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