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Zürcher Oberländer: SuisseID steckt noch in den Kinderschuhen

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Mit SuisseID kann man sich künftig den Gang zur Gemeindeverwaltung sparen. Zurzeit sind die Möglichkeiten aber noch begrenzt. Zu den «Pioniergemeinden» gehören auch Hittnau und Uster.

von Kerstin Henggeler:

E-Banking gehört für viele bereits zum Alltag. Und ebenso wie dessen Anwender sich den Gang zur Bank oder zur Post ersparen, wollen viele nicht wegen jeder Kleinigkeit zur Gemeinde rennen. Die SuisseID könnte hier Abhilfe schaffen. Im Oberland haben sich bereits Hittnau und Uster für die Einführung der «elektronischen Unterschrift» entschieden.

In den beiden Gemeinden hat man zurzeit aber noch keine konkreten Vorstellungen von den zukünftigen Anwendungsmöglichkeiten der elektronischen Identitätsprüfung. Zwar hat man sich für die neue Technologie entschieden, und deren Provider Innovative Web (i-web) hat die SuisseID auch bereits aufgeschaltet. Der konkrete Nutzen für die Gemeindemitglieder wird sich jedoch erst in den kommenden Wochen oder gar Monaten herauskristallisieren. Momentan sind noch so gut wie keine Verwaltungsdienstleistungen damit erhältlich.

Erst wenige Funktionen möglich
In Hittnau wurden die Behörden überrascht von der schnellen Aufschaltung, wie es auf Anfrage heisst. Eine entsprechende Schulung von Provider i-web finde erst Ende Juni statt. Vorher könne man noch nichts Konkretes sagen. Das weitere Vorgehen werde erst ab diesem Zeitpunkt geklärt, bis zur tatsächlichen Einsetzung der elektronischen Unterschrift könne es durchaus Herbst werden.

In Uster beschränkt sich die Anwendungsmöglichkeit momentan auf das Abonnieren der Abfallerinnerung. Anstatt einzuloggen mit Benutzername und Passwort, kann man optional neu auch die SuisseID verwenden. «Wir wollen das Angebot aber bald ausbauen», erklärt Harry Rauter, Leiter der Informatikdienste der Stadt Uster. «In etwa 14 Tagen sollte ein News-Abonnement dazukommen. Bis dahin wissen wir vermutlich auch, wie es weitergeht. » So soll sich etwa eine Projektgruppe näher mit der ID befassen. Wer daran beteiligt sein wird, was diese zu tun hat und welche Möglichkeiten sich im Zusammenhang mit der elektronischen Unterschrift ergeben – all dies werde in den nächsten Wochen auskommen.

Ziel elektronische Steuererklärung
Zurzeit hat die Stadt Uster noch keine konkreten Vorstellungen, wie sich die Anwendung der SuisseID künftig gestaltet. «Denkbar wären etwa elektronische Steuererklärungen oder das E-Voting. Wir möchten den Gemeindemitgliedern den Gang zur Behörde ersparen», erklärt Rauter. Dass die elektronische Unterschrift für den einzelnen Bürger jetzt noch nicht so viel bringt, war für ihn kein Grund zuzuwarten. Durch das rasche Zugreifen habe man mehrere Tausend Franken Steuergelder sparen können: «Wir hatten die Möglichkeit, als Pioniergemeinde die Technologie sehr günstig einzukaufen.» Anbieter gibt es nicht viele. «Nur sehr wenige Firmen können derzeit eine solche Lösung realisieren», erklärt Lester Thompson, Verkaufsleiter der Zürcher i-web. «Meines Wissens sind wir die Einzigen, die etwas Diesbezügliches auf Gemeindeebene anbieten.»

Privatpersonen: Kaufen oder nicht?
Während sich die Stiftung für Konsumentenschutz zurückhaltend gibt, was die Anschaffung der SuisseID durch Privatpersonen angeht (siehe Kasten), ist man bei den Gemeinden neutral eingestellt. «Wir geben keine Empfehlung ab», so Rauter. «Aber wir sind überzeugt, dass die SuisseID im Kommen ist, und wollen unser Angebot deshalb sukzessive ausbauen.» Derselben Meinung ist man auch in Hittnau: «Die elektronische Unterschrift ist der Standard der Zukunft.» Lester Thompson von i-web plädiert klar für die SuisseID: «Die Bürger haben allen Grund, sich diese Technologie anzuschaffen.» Er teile die Ansicht der Konsumentenschützer nicht, dass man als Privatperson noch zuwarten müsse. «Zahlreiche Unternehmen haben sich bereits angemeldet. So kann man etwa in den Onlineshops von Migros und Coop mit der SuisseID einkaufen. Auch buch.ch oder der Multimediaanbieter Digitec haben sich angemeldet.» Das «Pendant zum E-Banking aufseiten der Gemeinde» werde sich etablieren – nicht zuletzt, weil man damit vor allem im Internet ganz konkret Daten zur Identifizierung abrufen könne. «Je nach Anfrage werden verschiedene Daten abgerufen. Zum Beispiel kann man so in einem Internetshop sicherstellen, dass nur Volljährige Alkohol beziehen können», erklärt Thompson.

Offenbar sind also zumindest alle Direktbeteiligten davon überzeugt, dass die SuisseID die Unterschrift der Zukunft ist. Offen ist derzeit nur, wann sie für Privatpersonen wirklich attraktiv wird, zumal der Bund das Angebot vorerst nur bis Ende Jahr subventioniert.

Dokument Zurcher_Oberlander_Chjip-Karte.pdf (pdf, 1290.1 kB)


Datum des Presseartikel 6. Mai 2010
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